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Musik

Livia Mattos – vom Zirkus zur Sanfona

Datum08. November 2026
VerfasserkultuRorbas
Adresseneues Kino Freienstein, Strickgasse 1, 8427 Freienstein
Internetwww.kulturorbas
E-Mailmb ornbl uewinch
Telefon079 358 14 08

Beschreibung

Livia Mattos, die am Sonntag, 8. November im neues Kino Freienstein auftritt, hat einen ungewöhnlichen Werdegang. Vor ihrer reinen Musikkarriere arbeitete sie als Zirkusperformerin und Trapezkünstlerin. Diese Zeit hat ihren Blick auf die Bühne und die Komposition nachhaltig verändert. Die Sanfona, das brasilianische Akkordeon ist für sie mehr als nur ein Instrument. Es ist kein Zufall, dass sie in der Sparte Latino Jazz/Jazz für einen Grammy-Award nominiert wurde.

 

Livia Mattos über...

 

... die Sanfona als Akt des Widerstandes

 

„Als Frau in Brasilien die Sanfona auf die Bühne zu tragen, bedeutet, mit tiefsitzenden Klischees zu brechen. Das Instrument wurde extrem männlich besetzt und oft auf ein paar sehr feste, traditionelle Muster reduziert. Wenn ich das Akkordeon nehme, fordere ich diesen Raum ein. Es geht mir nicht nur um die Musik, sondern darum, zu zeigen, dass dieses Instrument vollkommen grenzenlos, körperlich und frei von Geschlechterrollen gespielt werden kann.“

 

...die Sanfona als Verbindung von Körper, Luft und Rhythmus

 

„Der Faltenbalg des Akkordeons braucht Luft, um zu klingen. Er zieht sich zusammen und dehnt sich aus – genau wie die Lunge eines Akrobaten in der Luft. Diese körperliche Nähe zum Instrument hat mich sofort fasziniert. Es ist, als würde man eine Verlängerung des eigenen Körpers spielen. Das Akkordeon ist für mich kein starres Objekt, sondern ein lebendiger Organismus, der mit mir auf der Bühne tanzt.“

 

... die Schulung durch die Zirkusmanege

 

„Im Zirkus lernst du eine ganz besondere Form von Präsenz und Hingabe. Am Trapez gibt es keine halben Sachen: Du musst deinem Körper vertrauen, den Impuls spüren und im richtigen Moment loslassen. Genauso gehe ich heute an meine Musik und das Akkordeon heran. Der Zirkus lehrt dich, dass Fehler keine Katastrophen sind, sondern Teil des Flugs. Meine Musik ist deshalb sehr visuell und körperlich – ich spiele das Akkordeon nicht nur mit den Händen, sondern mit dem ganzen Körper.“

 

... das Aufbrechen musikalischer Grenzen

 

„Ich liebe die Wurzeln der brasilianischen Musik, aber ich wollte mich nie nur auf ein Genre festlegen lassen. Das Akkordeon kann sanft wie ein Streicher klingen, perkussiv wie eine Trommel oder komplex wie eine Jazz-Bigband. Meine Reisen und die Begegnungen mit Künstlern aus aller Welt haben mir gezeigt, dass die Sanfona eine Universalsprache spricht.“