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Johannes Brahms Ein Deutsches Requiem op.45 Fassung von Heinrich Poos für zwei Klaviere, Pauke, Soli und Chor, Klosterkirche Rheinau

Sonntag, 29.09.2019
Johannes Brahms1833-1897Ein Deutsches Requiem op. 45Das Deutsche Requiem ist das früheste der grösseren Brahms- schen Chorwerke. Wie schon aus dem Titel hervorgeht, liegt ihm nicht der Text der lateinischen Totenmesse zu Grunde, sondern von Brahms selbst ausgewählte Bibeltexte zum Thema Trauer und Tod. Sie zeugen von seiner ungewöhn- lichen Kenntnis und Sensibilität in Bezug auf die biblischen Vorlagen. Die sieben Teile des Requiems entstanden in über zehnjähriger Arbeit. Die Anregung dazu wird oft mit dem tragischen Ableben Robert Schumanns 1856 in Verbindung gebracht. Mit einiger Sicherheit gab der Tod von Brahms’ Mutter 1865 den Ausschlag für die erneute Aufnahme der Arbeit an der Trauermusik. Die Uraufführung der endgültigen Fassung fand im Februar 1869 in Leipzig statt. Die zentrale Aussage des Werks gilt der Trostspendung. Weder kennt es einen Hinweis auf die Erlösung, noch wird der Name Christi erwähnt. Auch das Jüngste Gericht kommt nicht vor. Zentral ist für Brahms, dass der Mensch das Leiden ohne Selbstmitleid auf sich nehmen muss. Anders als in der katholischen Totenmesse, wo es um die Bitte für Seelenruhe der Verstorbenen geht, richtet sich das Deutsche Requiem an die Lebenden, Zurückbleibenden. Es ist eine Trauer- und Trostmusik für alle, «die da Leid tragen». Dass Tod und Ewigkeit aus menschlicher Sicht ohne Bezug auf kirchlich-konfessionelle Formen behandelt werden, ist einer der Gründe für die ungeheure Wirkung, die das Werk bis heute ausübt.
Uhrzeit: 17:00 Uhr
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